Weltflüchtlingstag 2026

Der Weltflüchtlingstag, der jedes Jahr am 20. Juni begangen wird, fällt dieses Jahr auf einen Samstag. Da an diesem Tag ganz viele Veranstaltungen stattfinden, hat die Flüchtlingshilfe Papenteich beschlossen, bereits am Mittwoch den 17.06. die regelmäßige Mittwochsöffnung unter das Motto „Weltflüchtlingstag“ zu stellen. Als besonderes Highlight werden wir dabei eine Ausstellung von Fotografien eröffnen, die 1992 von David Taylor, dem früheren Fotografen der Braunschweiger Zeitung, während einer Reise mit dem Diplomaten Abed Nadjib durch Afghanistan und Pakistan aufgenommen wurden.
David Taylor ist leider mittlerweile verstorben, doch seine Witwe Claudia Taylor, sowie Abed Nadjib werden am Mittwoch anwesend sein, um über diese Reise und die Bilder zu berichten. Auch die Samtgemeindebürgermeisterin, Frau Kielhorn ist eingeladen und hat ihr Kommen angekündigt.
Die Fotos, bewusst in Schwarzweiß, zeigen Alltagsszenen afghanischer Menschen, zum großen Teil in Flüchtlingsunterkünften. Diese Bilder erinnern daran, dass nicht nur heute Menschen vor Krieg und Not fliehen, sondern dass es auch in früheren Zeiten immer Flucht, Vertreibung und Migration aus der Not gegeben hat. Besonders während und nach den beiden Weltkriegen wurden viele Menschen vertrieben. Zum Beispiel verloren direkt nach dem 2. Weltkrieg etwa 12 Millionen Deutsche ihre Heimat in den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Sie sind ein Teil der etwa 60 Millionen Europäer, die während und nach dem Krieg auf der Flucht waren. Mindestens so viele waren es im gleichen Zeitraum in Asien, darunter geschätzt rund 14 Millionen Menschen, als Indien 1947 unabhängig wurde:  Moslems nach Pakistan und Hindus nach Indien.
Das sind nur einige Beispiele von vielen, die uns nur deshalb nicht gegenwärtig sind, weil in früheren Jahrzehnten all diese Menschen nicht gezählt wurden und weil es nur wenig Berichte in den Medien dazu gab. Außerdem kamen nur wenige zu uns, wenn wir von den vertriebenen Deutschen Ende der 40er Jahre absehen.
1950 wurde das UNHCR gegründet und seit 1951 begann man mit der Erfassung der Flüchtlinge weltweit. Hinzu kam in letzter Zeit die immer umfassendere Berichterstattung in der sich verändernden Medienlandschaft, die den Zahlen Geschichten und Bilder hinzufügen. Dies alles und die gezielte Dramatisierung von bestimmten politischen Akteuren lässt bei vielen Menschen das Gefühl entstehen, dass wir gegenwärtig in einer Zeit leben, in der unkontrolliert ein stärker werdender Ansturm von Migranten unsere Gesellschaft bedroht. Seriöse Zahlen zeigen das Gegenteil. Denn Migration ist kein neues Phänomen, sie ist seit Jahrtausenden ein Teil der Menschheitsgeschichte. Sie ist sogar eine Chance, wenn es gelingt, die zu uns kommenden Menschen zu integrieren. Genau dafür wollen wir uns weiterhin einsetzen.

Alle interessierten Menschen sind herzlich eingeladen, uns am Mittwoch, 17.06.26 zwischen 14:00 und 17:30 in unserem Magazin zu besuchen. Sie finden uns im alten Meiner Gemeindezentrum (Am Kiebitzmoor 2).
Kuchen, sowie kalte und warme Getränke gibt es gratis. Alle Flüchtlingshelfer, die sich als Paten um Geflüchtete kümmern, werden gebeten, ihre Schützlinge auf diese besondere Öffnung hinzuweisen.

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